Programm
11:00 Bullshit & Bausteine: Wie Awareness garantiert nicht funktioniert
Sarah Saem Bergmann vom Verein Act Aware vermittelt in diesem Workshop die Grundlagen und zentralen Bausteine eines tragfähigen Awareness-Konzepts: Welche Strukturen braucht es? Wer übernimmt Verantwortung? Und wie lässt sich Awareness nachhaltig und glaubwürdig in den Alltag von Festivals, Spielstätten und Veranstaltungen integrieren?
Denn zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft oft eine große Lücke. Gut gemeinte Maßnahmen verpuffen, Strukturen fehlen, und echte Schutzwirkung bleibt aus. Sarah gibt daher auch einen ehrlichen Einblick in häufige Fehler und Missverständnisse – und beleuchtet kritisch, welche Ansätze in der Praxis nicht funktionieren und warum.
Ein Workshop für alle, die Awareness ernstnehmen und wirksam gestalten möchten – praxisnah, reflektiert und mit konkreten Impulsen für die eigene Arbeit.
Ort: Workshop-Zelt
Sprache: Deutsch
12:00 Ich fühle was, was du (nicht) fühlst - Anders Sprechen über den Nahostkonflikt
Seit dem 7. Oktober 2023 ist die Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation im Nahen Osten in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens präsenter denn je. Auch im deutschen Diskurs zeigt sich dabei, wie stark politische, historische und persönliche Perspektiven miteinander verwoben sind – und wie herausfordernd es sein kann, darüber ins Gespräch zu kommen.
Im Workshop gehen wir der Frage nach, wie in dieser komplexen Gemengelage unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Betroffenheiten sichtbar und hörbar gemacht werden können. Dabei nehmen wir sowohl den gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland als auch konkrete soziale Kontexte wie Schule, Familie oder Arbeitsplatz in den Blick.
Ein zentraler Fokus liegt darauf, wie mit Widersprüchen und Gleichzeitigkeiten umgegangen werden kann – etwa, wenn unterschiedliche Emotionen und Positionen nebeneinanderstehen. Wir arbeiten daran, wie durch das bewusste Wahrnehmen und Einordnen eigener sowie fremder Emotionen neue Formen der Verständigung entstehen können.
Ziel ist es, die eigene Sprachfähigkeit im Umgang mit einem konflikthaften und sensiblen Thema zu stärken und Wege zu entwickeln, die eine differenzierte und reflektierte Auseinandersetzung ermöglichen.
Ort: Barraum
14:00 Mehr als Absperrband – Sicherheitskonzepte für Festivals
Ein Sicherheitskonzept für Festivals klingt nach Bürokratie. Doch wer weiß, wann es wirklich Pflicht ist, was es enthalten muss und was passiert, wenn Behörden ihr Einvernehmen verweigern, ist klar im Vorteil.
Prof. Thomas Sakschewski nimmt in diesem Workshop die entscheidenden Fragen unter die Lupe: Wann ist ein Sicherheitskonzept auch unterhalb der 5.000er-Grenze Pflicht? Was gehört zwingend rein – von Räumungs- über Verkehrs- bis zum Überfüllungskonzept? Und was passiert, wenn eine Behörde ihr Einvernehmen verweigert?
Der Fokus liegt klar auf der Perspektive von Festival-Veranstaltenden: praxisnah, konkret und ohne unnötiges Behördendeutsch. Ein Workshop für alle, die wissen wollen, worauf es wirklich ankommt – bevor es zu spät ist.
Ort: Workshop-Zelt
14:00 Soziale Gerechtigkeit in der Musikbranche – wie tragfähig sind unsere Strukturen wirklich?
Wie sieht der Arbeitsalltag von Musikschaffenden aus – und unter welchen Bedingungen lässt sich langfristig im Musikbetrieb arbeiten? Dieses Panel bringt Musikschaffende unterschiedlicher Hintergründe zusammen und lädt dazu ein, persönliche Einblicke in ihre Arbeitsrealitäten zu teilen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Zeit, Mobilität, Planungssicherheit, Verantwortung und den Rahmenbedingungen, unter denen musikalische Karrieren entstehen und bestehen können. Dabei geht es nicht darum, ein einheitliches Bild zu zeichnen oder ausschließlich über Schwierigkeiten zu sprechen. Vielmehr sollen unterschiedliche Wege, Erfahrungen und Perspektiven sichtbar werden und gemeinsam reflektiert werden, wie tragfähig und offen die Strukturen der Branche heute sind. Neben kurzen Impulsen aus der Praxis wird Raum für den Austausch mit dem Publikum geschaffen. Ein Gespräch für alle, die sich dafür interessieren, wie Musikarbeit heute gestaltet wird und wie sie auch in Zukunft möglich bleiben kann.
Ort: Barraum
Sprache: Deutsch
15:30 Netzwerktreffen Musik
Das Netzwerktreffen Musik bringt Menschen aus der Dresdner Musikszene zusammen, die sich kennenlernen sollten. Trefft Musiknetzwerke, Initiativen, Stammtische, Festivalmacher:innen und Musikschaffende aus Dresden und Umgebung. Es geht um Austausch, neue Kontakte und darum, sichtbarer zu machen, wer in der Szene eigentlich alles mitmischt. Unser Netzwerkbingo liefert dafür den passenden Auftakt und macht das erste Gespräch ein gutes Stück leichter. Für den kleinen Hunger am Nachmittag ist auch gesorgt.
Ort: Biergarten
17:00 Bridging the Gap: Wie erreichen Festivals die GEN-Z?
Festivals leben von ihrer Community – doch wie erreicht man die Generation Z, die nicht nur Tickets kaufen, sondern auch begeisterte Botschafter*innen werden soll? Sie sind digital affin, haben klare Erwartungen und wollen vor allem eines: ein unvergessliches Erlebnis teilen. In diesem Workshop mit Emma Wolf zeigen wir, wie Festivalmacher*innen und Clubbetreibende die Gen-Z gezielt ansprechen und langfristig begeistern. Welche Kanäle nutzen junge Festivalbesucher*innen? Wie setzt man TikTok und Instagram effektiv ein – von viralen Challenges über interaktive Stories bis hin zu User-Generated-Content?
Dazu werfen wir einen genauen Blick auf die Zielgruppe: Was bewegt die Gen-Z, wie tickt sie – und wie spricht man ihre Sprache? Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die nicht nur kurzfristig Tickets verkaufen, sondern langfristig eine treue Community aufbauen.
Mit Best-Practice-Beispielen aus der Festivalbranche und praktischen Tipps, die sich direkt umsetzen lassen, machen wir die Theorie greifbar – und diskutieren gemeinsam, wie eine Social-Media-Strategie aussieht, die junge Festivalfans wirklich begeistert.
Ort: Workshop-Zelt
19:00 Awareness Washing by "reality check - awareness"
Awareness findet seit ein paar Jahren immer mehr den Weg in Popkultur und Mainstream. Doch werden unsere Räume dadurch sicherer? Zum einen begrüßen wir als Initiative Awareness natürlich das bekannter-werden der Idee. Gleichzeitig sehen wir auch Verschiebungen in Richtung Institutionalisierung, Kommerzialisierung und „Awareness-Washing“. Schauen wir uns an, welche Urpsrünge Awareness als Haltung hat, geht das einige hundert Jahre abolitionistische Geschichte zurück. Awareness ist Teil community-basierter Konzepte wie Transformative Justice und Community Accountability. Sie wurden von besonders marginalisierten Gruppen, insbesondere Schwarzen, Indigenen und People of Color sowie Queeren Personen, etabliert. Aus der Notwendigkeit heraus, eigene Schutzkonzepte und Vorgehen bei Fällen von (sexualisierter) Gewalt zu finden, weil sie sich auf Polizei und Justiz nicht verlassen konnten und können. Werden diese Konzepte nun unhinterfragt und leichtfertig in weiße, wenig marginalisierte Kreise übernommen, ist es nicht verwunderlich, dass vieles der ursprünglichen Haltung verloren geht.
In unserem live-Podcast wollen wir die Frage besprechen: wie können wir marginalisierte und dekoloniale Perspektiven auf Awareness re-zentrieren?
Ort: Workshop-Zelt